« Alle Projekte

AGORA Hanf Dresden 2030+

Status

aktiv

Projektidee

Das Innovationsökosystem Agora Hanf (Marktplatz Hanf) ist ein Reallabor für die Entwicklung einer nachhaltigen, wirtschaftlich tragfähigen Kreislaufwirtschaft in Dresden und Umland auf der Basis des Naturrohstoffs Hanfs.

Hanf war über Jahrtausende eine verbreitete Heil- und Nutzpflanze und Grundlage einer Vielzahl von Alltagsprodukten. Der Siegeszug der industriellen Petrochemie vor rund 100 Jahren sowie die Dynamiken wirtschaftlicher Globalisierung haben dazu geführt, dass die besonderen, vielfältigen Eigenschaften und Anwendungspotenziale von Hanf in der heutigen westlichen post-industriellen Gesellschaft fast komplett in Vergessenheit geraten sind. Erst in jüngerer Vergangenheit erlebt Hanf als Naturrohstoff z.B. in der Bekleidungs- und Möbelindustrie, in der Pharmazie oder im Automobilleichtbau ein „Comeback“.

Aufbauend auf Vorarbeiten und getragen von verschiedenen Dresdner Akteuren und regionalen Initiativen, treibt das Reallabor Agora Hanf die Entwicklung neuer Organisations- und Geschäftsmodelle für ein internationales, industrielles Hanf-Innovationsökosystem voran. Dabei spielt die Digitalisierung eine zentrale Rolle. Zum einem sollen skalierbare Daten- und Informationsstrukturen als eine notwendige Voraussetzung für plattformbasierte Geschäftsmodelle entwickelt werden, um in einem heterogenen Innovationsökosystem überhaupt wertschöpfende Produkte und Dienstleistungen auf der Basis von Hanf entwickeln und vermarkten zu können.

Zum anderen werden Daten- und Informationsstrukturen für die Sammlung und Aufbereitung von Daten benötigt, die entlang des gesamten Wertschöpfungsprozesses entstehen (Kreislaufwirtschaft: Informationen zu Hanfsorten und Variationsmöglichkeiten bei Anbau, Aufbereitung und Verarbeitung, Daten zur Landwirtschaft, Daten zu Material- und Produkteigenschaft mit Blick auf die Vielfalt der Einsatzbereiche als Industrierohstoff, produktbezogene Daten aus einem Industrie 4.0-spezifischen Produktions- und Distributionsprozess sowie Daten rund um den Gebrauch und der Entsorgung)

Neben kreativen Dienstleistern (z.B. die Akteure des Innovationsprojekt PRIME) werden interessierte Dresdner Bürger als potentielle Prosumer nachhaltiger Produkte angesprochen und an dem Prozess aktiv beteiligt. Speziell geht es dabei um bekannte Personen die über spezifisches Hanf-Wissen verfügen und als Bürgerwissenschaftler (Citizen-Science) sichtbar geworden sind.

Mit dem Namen nimmt das Reallabor Bezug auf die Bedeutung der Agora für die antike Hochkultur Griechenlands. Dieser zentrale, offene und freie Stadtraum der Agora mit seinen vielfältigen informations-, kultur- und identitätsstiftenden Nutzungen bildete die notwendige Strukturform für die Herausbildung kommunaler Bewusstseins- und Ordnungsmuster, wie auch jener weiter entwickelten Ausdrucks- und Kommunikationsformen dieser Medienepoche.

Agora Hanf knüpft daher an den innovativen Charakter dieser stadträumlich wertvollen Plattform an, schafft aber in Anlehnung an das Quadruple Helix-Modell einen gegenwartsgerechten Ort des Informationsaustauschs und der Meinungsbildung zwischen Bürgern, Wissenschaft, Wirtschaft und Politik.

Moderne Strategie- und Management-Methodiken sowie digitale Instrumente werden eingesetzt, um online und offline ein Ökosystem zu bieten, in dem eine nachhaltige und vertrauensvolle Ko-Creation und Collaboration zum Standard wird.

Projektziel

Am Ende des Reallabors Agora Hanf stehen folgende Ergebnisse:

  • Ein Rahmen für das Entstehen neuer Ideen, wie sich regional nachhaltige, ökosoziale und gemeinwohlorientierte Wirtschaftsbeziehungen innerhalb Dresdens und im Verhältnis zu seinem Umland (sowie zu europäischen Partnerregionen – Internationalisierung) gestalten werden können,

  • Ein gemeinschaftlich verantworteter Auslese-, Reife- und Entwicklungsprozess für die Entwicklung und Vermarktung hanfbasierter Produkte,

  • Ein Dialog mit engagierten Nutzern, der die Kundenperspektive (Marketing) in die Entwicklungsarbeiten berücksichtigt,

  • Erste prototypische Produkt- und Prozessinnovationen,

  • Ein digital unterstütztes Akteursökosystem (Plattform), welches vertrauensvolle, wirtschaftliche Interaktionsprozesse zwischen den Akteuren der Hanfwertschöpfungskette in ihren wirtschaftlichen Aktivitäten ermöglicht und effektiv unterstützt.

  • Zudem bringen Forschung und Wirtschaft internationale Kontakte ein.

Nicht zuletzt durch die Zusammenarbeit mit anderen Zukunftsstadt-Projektgruppen entsteht für die Dresdener Bürgerschaft (unterschiedlicher Ziel- und Altersgruppen) ein umfassendes – und nicht nur als Konsumenten attraktives – Angebot.

Kontakt:

Hermann Gschwandtner <hg_dd@gmx.de>, Andrej Eifert <andrejeifert@web.de>