Das Schöne an Zukunftsstadt Dresden: Sören Rogoll vom Projektteam im Interview

Er moderiert, begleitet Workshops und ist ein Teil des Projektteams Zukunftsstadt Dresden. Sören Rogoll ist mit Leidenschaft und Begeisterung bei #dd2030 dabei.

""</aSören Rogoll ist unter anderem Projektmanager im Soziokulturellen Zentrum Putjatinhaus. Dort organisiert er Veranstaltungen für Kinder und begleitet kulturelle Entwicklungen. In der Vergangenheit beschäftigte er sich ausgiebig mit Unternehmensgründungen im sozialen Bereich, war am Umundu-Festival beteiligt, konzeptionierte Projekte und kuratierte Veranstaltungen.

Aktuell steckt Sören seine Energie in die Zukunftsstadt Dresden, um dort Events zu moderieren und Ergebnisse aus diesen zu digitalisieren beziehungsweise aufzuarbeiten. Als Mitglied des Projektteams gestaltet er auch Workshops mit. Was für ihn #dd2030 ausmacht und ihn an seiner Arbeit begeistert? Ich habe ihn gefragt…

Sören, erzähle doch mal, wie du zu Zukunftsstadt Dresden gekommen bist.

Sören Rogoll: Es war eine Mischung aus Zufall und Kontakte. Den Projektleiter Norbert Rost kenne ich schon eine ganze Weile, da wir in der Vergangenheit unter anderem an der Socialbar und den Evoluzzern beteiligt waren. Wir trafen uns das erste Mal bei der Transition-Town-Bewegung Dresden im Wandel. Und da Dresden ein „Dorf“ ist, bleibt es nicht aus, dass man sich kennenlernt. Als Norbert für das Projekt Zukunftsstadt Dresden Unterstützung brauchte, fragte er mich, ob ich interessiert sei und Zeit habe.

Müsstest du das Projekt Zukunftsstadt möglichst prägnant erklären, wie würdest du es einem Außenstehenden beschreiben?

Sören Rogoll: Ich soll jetzt also mal die Zukunftsstadt pitchen? (lacht) Gut. Es geht um einen vorstrukturierten Prozess, der die Stadt Dresden durch einzelne Projekte auf den Weg in die Zukunft schickt. Zukunft im Sinne einer nachhaltigen, lebenswerten, resilienten Stadt.

In Dresden wurde sich bewusst gegen einen Top-Down-Prozess entschieden, wo Einwohnern und Interessierten klar gesagt wird, was zu tun ist und man guckt, dass möglichst viele Leute mitmachen. Stattdessen wurde ein Bottom-Up- bzw. Crowdsourcing-Ansatz gewählt, bei dem Menschen ihre Vorschläge konkret einbringen. Was gibt es so für Ideen in der Stadt? Um das herauszufinden, bieten wir einen Rahmen, um aus diesen Ideen, Konzepte und letztlich Pläne zu machen.

Aktuell befinden wir uns in Phase 2 des Städtewettbewerbs des Bundesministeriums für Forschung und Bildung (BMBF), in dem die Pläne geschmiedet werden. Schaffen wir es in Phase 3, winken im besten Fall eine Million Euro, mit denen Projekte in einer Art Real-Labor umgesetzt werden. Das bedeutet, das mit einem Forschungsaspekt unter realen Bedingungen herausgefunden wird, ob ein Projekt langfristig funktionieren kann.

Was gefällt dir am besten an Zukunftsstadt Dresden?

Sören Rogoll: Hach, das ist eigentlich ganz viel, was mir gefällt. Ich finde das gesamte Projekt und wie es gestaltet wird, großartig. Ich mag es, dass die Bürgerbeteiligung im Fokus steht und sich nicht die Stadt einfach hinstellt und eine Kommission einsetzt, die von einem Verwaltungsgremium oder dem OB Aktivitäten abhakt. Stattdessen handelt es sich um eine offene Plattform, bei der sich auch die Stadt offen für neue Ansätze zeigt. Das ist schön!

Die Grundgedanken führen zu einem hohen Grad an Vernetzung. Leute mit gleichen Interessen kommen zusammen, um etwas zu machen. Der insgesamt durchweg positive Ansatz und die Dynamik sind schon sehr spannend.

Selbst mag ich auch das Gestalten von Kooperations- und Kollaborations-Prozessen – hier sammele ich viele Informationen und Erfahrungen während der gesamten Phasen. Es ist sozusagen für mich auch eine Art Real-Labor für meine eigenen Arbeiten.

Hast du auch etwas zu meckern?

Sören Rogoll: Gerade bei der Dynamik und … ich nenne es mal Zukunftsenergie ist noch Luft nach oben. Ich wünschte mir noch das eine oder andere Projekt, das zukunftsambitionierter ist. Die meisten Ideen sind aus dem Heute ins Heute gedacht, ich vermisse etwas das Visionäre. Gerne könnte mal was Verrücktes dabei sein, bei dem die meisten sagen, dass es nie realisierbar sei. Doch das ist letztlich normal: Menschen gucken auf die Welt der Gegenwart und überlegen, was sie jetzt verbessern können. Dabei könnten wir auch darüber nachdenken, was wir heute tun können, damit sich in Zukunft die Welt verbessert.

Hast du einen Tipp parat, wie Interessierte jetzt noch einsteigen können, ohne dass sie mit zu vielen Informationen konfrontiert werden?

Sören Rogoll: Einsteigen kann man eigentlich jederzeit, auch noch nach dem zweiten Workshop-Block, der im Herbst 2017 beginnt. Nach der Zukunftskonferenz am 26. August 2017 geht es daran, die vorhandenen Projektideen auszuformulieren und in die Konzeption überzugehen. Wer mitmachen will, kommt vorbei und engagiert sich bei den Projekten. Geeignetes Arbeitsmaterial, das auch in den kommenden Monaten erstellt wird, dürfte Einsteigern behilflich sein, sich in die Materie einzufinden.

Vielen Dank für das Interview.

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