Dresden bewirbt sich für 3. Zukunftsstadt-Phase

Dresden bewirbt sich für 3. Zukunftsstadt-Phase

Seit 2015 nimmt Dresden am Zukunftsstadt-Städtewettbewerb des Bundesforschungsministeriums (BMBF) teil. Seit Anfang 2017 haben zahlreiche Bürgerinnen und Bürger ihre Projektideen in konkrete Umsetzungspläne verwandelt. Sechs davon hat im Mai eine Jury zur Erprobung ausgewählt. Zwei weitere haben Dresdnerinnen und Dresdner in einem Voting gewählt (siehe: „Zukunftskonferenz kürt acht Dresdner Bürgerprojekte“). Mit diesen acht bürgergetragenen Projekten und zwei weiteren Projekten der Stadtverwaltung hat sich Dresden nun für die Teilnahme an der 3. Zukunftsstadt-Phase beworben.

„Ab 2019 sollen die bisherigen Überlegungen tatsächlich erprobt und umgesetzt werden“, sagt Norbert Rost, der Projektleiter des Zukunftsstadt-Projekts. Das Bundesforschungsministerium will in sogenannten „Reallaboren“ ausprobieren lassen, wie man Städte zusammen mit den Bürgerinnen und Bürgern in nachhaltige Zukunftsstädte verwandelt. Der Städtewettbewerb ist Teil der Forschungsagenda „Forschung für Nachhaltige Entwicklung“ (FONA³), und Dresden ist die größte Stadt im Teilnehmerfeld. Die von Bürgerinnen und Bürgern sowie Verwaltung erdachten Experimente werden wissenschaftlich begleitet und sollen Erkenntnisse liefern, wie eine Transformation zur nachhaltigen Zukunftsstadt an der Schnittstelle zwischen Bürgerhandeln, Stadtverwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft befördert werden kann. Als Wissenschaftspartner fungieren das Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR) und mehrere Lehrstühle der Technischen Universität Dresden, die derzeit ihre erneute Bewerbung als Exzellenzuniversität vorbereitet.

Eines der im Dresdner Zukunftsstadt-Prozess entstandenen Bürgerprojekte wird am Mittwoch, 12. September, vom Rat für nachhaltige Entwicklung als „Projekt Nachhaltigkeit 2018“ in Berlin ausgezeichnet: Das Projekt „Zündstoffe – Materialvermittlung Dresden“ will in der 3. Phase des Zukunftsstadt-Prozesses experimentell ein Logistik-System aufbauen, mit dem nicht mehr benötigte Materialien aus Unternehmen an Bildungs- und Kultureinrichtungen sowie Künstler weitergegeben werden. Das Up- und Recycling von Material soll nicht nur die Budgets schonen, sondern auch den Ressourcenverbrauch Dresdens senken und die Kunst- und Bildungsszenerie befördern. „Dieser Preis belohnt bürgerschaftliches Engagement“, freut sich Norbert Rost, „und er zeigt, dass in der Kooperation zwischen Bürgerinnen und Bürgern sowie Verwaltung spannende Potenziale stecken.“ Seiten-Impulse zugunsten der Dresdner Bewerbung als Kulturhauptstadt Europas 2025 sind beabsichtigt.

Im Oktober will das BMBF bekanntgeben, welche acht von 23 Städten in der 3. Zukunftsstadt-Phase dabei sind. Start des auf drei Jahre angelegten Dresdner Reallabors wäre dann voraussichtlich im März 2019.